REDEWETTBEWERB 2017

 

Auch in diesem Schuljahr wurden an der HLW/HF Lienz wieder vom Land Tirol geförderte und von Frau Prof. Cornelia Zanon organisierte Rhetorikseminare abgehalten.

 

redewettbewerb

 

Und der Andrang war größer denn je: Frau MSC Brigitte Tegischer war an fünf Vormittagen an unserer Schule und vermittelte den SchülerInnen einen Einblick in die praktische Redekunst.

 

Beim Bezirksredewettbewerb in Lienz am 29. März gab es dann von unserer Schule zwei Beiträge: Sarah Idl (4A) wagte sich an die Spontanrede und erhielt neben der Bewunderung ihrer Kolleginnen für ihren Mut auch zahlreiche positive Rückmeldungen von der Jury für ihre Rede zum Thema Familie. Die drei Schülerinnen der 4B, Elena Einhauer, Anna Huber und Julia Untertroger, entschieden sich für die Kategorie Neues Sprachrohr und gaben einen Beitrag im Stile des Poetry Slam zum Besten, in dem sie sich mit der Smartphone-Generation auseinandersetzen. Sie gewannen auch prompt und reisten mit ihrer Klassenvorständin Prof. Petra Ruggenthaler-Sommer am 26. April 2017 zum Landesbewerb nach Innsbruck. Dort gelang es ihnen, von den neun teilnehmenden Gruppen in dieser Kategorie den zweiten Platz zu erobern.

 

DANKE AN SARAH IDL, ELENA EINHAUER, ANNA HUBER UND JULIA UNTERTROGER FÜR EUER ENGAGEMENT UND DASS IHR UNSERE SCHULE BEIM REDEWETTBEWERB SO MUTIG VERTRETEN HABT!

WIR GRATULIEREN ELENA EINHAUER, ANNA HUBER UND JULIA UNTERTROGER ZUM 2. PLATZ BEIM BEWERB IN INNSBRUCK!

 

 

Hier ist der Beitrag der drei Schülerinnen der 4B zum Thema Smartphone in der Kategorie Neues Sprachrohr:

 

Einleitende Frage:

1. Wer von euch hat ein Handy, besser gesagt Smartphone?
2. Wie oft schätzt ihr, schaut ihr drauf?

 

Forscher haben herausgefunden, dass jeder Smartphone-Besitzer durchschnittlich 150 Mal pro Tag sein Handy checkt, manche schauen sogar öfter auf das Handy als dem Ehepartner in die Augen. Warum aber schauen wir so oft aufs Smartphone? Wir schauen auf unser Smartphone, weil wir verlegen sind, nicht reden wollen, unseren Blick nicht heben wollen, aus Angst wir könnten uns in einem Gespräch verwickeln, aus Angst wir könnten uns darin verstricken.

 

Doch weil wir nichts zu sagen haben, vergessen haben, wie man sich in Echtzeit unterhält, schauen wir lieber auf unser Smartphone, checken zum 99.000 Mal unseren Facebook-Newsfeed und unsere WhatsApp-Nachrichten – auch wenn es gar nichts Neues zu checken gibt, die Inhalte leer und bedeutungslos sind und es doch für unser Leben gar nichts bringt.

 

Wir schauen auf die Uhr, doch sehen die Zeit nicht, sehen nicht, dass es zu spät ist, dass unser Gegenüber weg ist, wissen nicht, wer er war, ob er lieber Schlipfkrapfen oder Thailändisch isst, ob er irgendetwas vermisst, ob er gern philosophische Bücher liest oder von der Astronomie auf sein Leben schließt. Kommt, lasst uns aufstehen, lasst uns rausgehen, lasst uns wieder echte Menschen sein!

 

Weil dreidimensional immer tiefgründiger ist als zweidimensional …

Weil unser Charakter holpriger ist als unser glattes Instagram-Ich …

Weil unsere Gesichter einzigartig sind und keinen Snapchat-Schönheitsfilter brauchen …

Weil wir in Wirklichkeit mehr zu sagen haben als „Gefällt mir“ und „Like“ …

Weil Essen warm besser schmeckt, als 100-mal fotografiert und gepostet …

Weil wir in realen Unterhaltungen mehr Emotionen übermitteln können als in Chatrooms …

Weil die schönsten Momente unseren Followern viel weniger bedeuten als den Menschen, mit denen wir sie erleben.

 

Wir schauen auf die Uhr, doch sehen die Zeit nicht, sehen nicht, dass es zu spät ist, dass unser Gegenüber weg ist, wissen nicht, wer er war, ob er lieber Schlipfkrapfen oder Thailändisch isst, ob er irgendetwas vermisst, ob er gern philosophische Bücher liest oder von der Astronomie auf sein Leben schließt.

 

Unser Gegenüber ist gegangen und wir sind wieder allein, allein in unserer virtuellen Welt gefangen. Doch soll das immer so sein?

 

Wollen wir wirklich mit 89 Jahren und smartphone-gebeugtem Rücken in unserem Schaukelstuhl sitzen und zum 3 000 000 000 000 Mal unseren Facebook-Newsfeed checken, allein, immer noch gefangen in unserer virtuellen Welt, wie damals, damals mit 17.

Und wir scrollen weiter durch den News-Feed, doch er kann uns schon lange nichts mehr geben, denn das Kinderlachen auf den Fotos gilt nicht uns, und die Ultraschallbilder zeigen nicht unsere Enkelkinder, und wir sehen, was wir verpasst haben, damals, damals mit 17, als uns das Internet noch bunt und aufregend vorkam.

 

Also: Kommt, lasst uns aufstehen, lasst uns rausgehen, lasst uns echte Menschen sein!

 

Weil wir es jetzt noch können …

Weil wir heute noch jung sind …

Weil eine Umarmung mehr wert ist als ein „Gefällt mir“ …

Weil uns Opa den Krieg besser erklären kann als jeder Wikipedia-Beitrag …

Weil ein freundliches Wort mehr berührt als ein lieblos getippter Kommentar …

Weil unsere echten Freunde atmen und nicht nur auf quadratischen Profilbildern existieren.

Und wenn wir das nächste Mal am Busbahnhof sitzen oder in der Arztpraxis warten: Lasst uns unser Handy wegstecken, lasst uns mit unserem Gegenüber reden, lasst uns erfahren, ob er lieber Schlipfkrapfen oder doch Thailändisch isst, ob er irgendetwas vermisst, ob er gern philosophische Bücher liest oder von der Astronomie auf sein Leben schließt.

 

Kommt, lasst uns aufstehen, lasst uns rausgehen, lasst uns wieder echte Menschen sein!